In den letzten Jahren haben die staatlichen Stellen vermehrt Einfluss auf den Strommarkt und die Strompreisentwicklung des Landes genommen. Dies gilt besonders, seit es den freien Wettbewerb der Stromanbieter in Deutschland gibt. Auch das Thema Klimaschutz ist immer mehr in den Vordergrund getreten und bedingt, dass der Staat die Stromherstellung aus erneuerbaren Energiequellen fördert.
Da hier eine hohe Kostenintensität im Vordergrund steht, wird die Stromerzeugung zwar durch unterschiedliche staatliche Umlagen gefördert, die Kosten dafür jedoch auch mit dem Strompreis auf die Verbraucher umgelegt. Die kleineren Anbieter, die aufgrund des freien Wettbewerbs Strom an den Endkunden vertreiben dürfen, sind aber für ihre Lieferungen auf die Stromnetze der großen deutschen Stromkonzerne angewiesen. Diese vertreiben noch immer 80 % des in Deutschland genutzten Stromes und denen gehört auch das deutsche Hochspannungsnetz. Die von den anderen Anbietern genutzten Entgeltgebühren werden von den Netzbetreibern eigenständig festgelegt, auch wenn sie durch den Staat kontrolliert werden.
Düstere Prognose: Die Strompreise explodieren
Das könnte sich nun ändern. Der stetig gestiegene Rohölpreis auf dem Weltmarkt hat den nationalen Strompreis in den vergangenen Jahren ebenfalls negativ beeinflusst. Auch der weltweite Emissionshandel hat an der regelmäßigen Erhöhung nicht unerheblichen Anteil. Somit sind Strompreiserhöhungen nicht nur von nationalen Einflüssen abhängig. Hinzu kommen die allgemeine Wirtschaftskrise und die Folgen des Ukraine-Krieges.
All diese Faktoren sorgen dafür, dass die Strompreise derzeit nur noch eine Richtung kennen – sie steigen extrem an. Wie sich diese zusammensetzten und was man gegen die Preisexplosion tun kann, dazu haben wir hier einige Infos zusammengestellt.
Zusammensetzung des Strompreises
Der Strompreis setzt sich aus einer Vielzahl einzelner Komponenten zusammen. Nur ein relativ geringer Teil davon entfällt auf die eigentliche Stromerzeugung: Die Kosten für die Energiegewinnung machen dabei lediglich etwa 25 Prozent des Endverbraucherpreises aus. Der übrige Teil des Strompreises setzt sich aus der Gewinnmarge der Stromanbieter, sowie Steuern, Abgaben und Nutzungsentgelten zusammen.
KWKG und EEG
Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz und das Erneuerbare-Energien-Gesetz regeln Aufschläge, welche die Stromversorger für ihren gelieferten Strom abführen müssen. Das EEG, welches Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem Stromeinspeisungsgesetz von 1991 hervorgegangen ist, soll dafür sorgen, dass der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeerzeugung erhöht wird. Das KWKG soll die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung zur Stromerzeugung fördern. Der Anteil der Abgaben nach KWKG und EEG am Strompreis liegt abhängig von der Zusammensetzung des gelieferten Stromes bei ca. 6 Prozent.
Nutzungsentgelte
Nutzungsentgelte fallen bei den Stromlieferanten für die Durchleitung ihres Stromes durch das Stromnetz an. Diese Nutzungsentgelte machen etwa 25 Prozent des Strompreises aus.
Stromsteuer
Die Stromsteuer ist ein Teil des als Ökosteuer bekannten Steuerpaketes. Am gesamten Strompreis trägt die Stromsteuer einen Anteil von ca. 5,5 Prozent.
Mehrwertsteuer
Wie auf andere Produkte wird auch auf den Strom in Deutschland eine Mehrwertsteuer erhoben. Diese liegt derzeit bei 19 Prozent und bildet damit einen wesentlichen Bestandteil des Strompreises.
Konzessionsabgabe
Als Konzessionsabgaben werden die Gebühren bezeichnet, welche die Energieversorgungsunternehmen an die Kommunen für die Nutzung öffentlicher Wege entrichten müssen. Der Anteil dieser Abgaben am Strompreis ca. 10 Prozent.
Stromanbieter vergleichen: Darauf sollte man achten
Wenn ein neues Jahr beginnt, flattert den meisten Haushalten die Abrechnung für den Strom ins Haus. Spätestens dann wird dem Einzelnen bewusst, wie teuer der Strom geworden ist. Damit das im nächsten Jahr nicht wieder geschieht, sollte über einen Wechsel des Stromanbieters nachgedacht werden. Doch viele Verbraucher wissen nicht, wie sie einen solchen Stromanbieter finden sollen.
Im Internet gibt es verschiedene Tools, u. a. lässt sich über die Strompreis Börse aktuell die Entwicklung des Strompreises verfolgen. Zudem werden Online-Rechner angeboten, mit denen die verschiedenen Stromanbieter am Markt miteinander verglichen werden können. Hier offenbaren sich teils gravierende Unterschiede der Stromlieferanten beim Preis je Kilowattstunde. Der Vergleich zeigt auf einen Blick den günstigsten Stromanbieter. Ein Wechsel des Stromanbieters kann eine Ersparnis von mehreren Hundert Euro im Jahr einbringen und ist einfach zu bewerkstelligen.
Der eigentliche Wechsel ist dann ganz einfach, denn im Grunde muss man nicht mehr tun, als einen Vertrag mit dem neuen Stromlieferanten zu schließen. Welche Angaben dieser benötigt, erfährt der Interessent jeweils direkt beim ausgesuchten Anbieter. Der Rest funktioniert dann wie von Geisterhand, denn der zukünftige Anbieter kümmert sich um die Kündigung des bisherigen Lieferanten und richtet alles Weitere ein.
Zu bedenken ist dabei: Je schneller man den Stromanbieter wechselt, desto eher spart man Geld. Die Tendenz in Deutschland zeigt, dass die Strompreise zukünftig eher noch weiter steigen, anstatt zu fallen. Und falls man mit dem neuen Versorger wider Erwarten nicht zufrieden sein sollte, kann der Kunde jederzeit zum Grundversorger zurückwechseln, denn dieser ist gesetzlich dazu verpflichtet, eine Belieferung zu garantieren.


