Energie sparen und Ruhezustand – wo liegt der Unterschied?

Windows geht zur Ruhe – die Anwender können den PC in eine Pause, in den Ruhezustand oder in den Energiesparmodus versetzen. Was ist der Unterschied?

Computer und ganz besonders Notebooks, sind meistens mit zwei Funktionen versehen, mit denen Sie Energie einsparen können – Ruhe und Stand-by-. Im Folgenden erfahren Sie, worin sich die beiden Funktionen unterscheiden.

Ruhezustand oder Energie einsparen?

Bei Windows 7 und Windows 10 werden zwei Funktionen zum Energiesparen unterschieden: einerseits der sogenannte “Ruhezustand”, andererseits der Modus “Energie sparen”, der aus der Stand-by-Funktion von Windows XP entstanden ist.

Wenn man einen PC in den Ruhezustand versetzt, wird er heruntergefahren und verbraucht nahezu keine Energie mehr. Beim Energiesparmodus wird der Arbeitsspeicher weiterhin mit Strom versorgt, was ein rascheres Reaktivieren des Gerätes möglich macht. Alle nicht gebrauchten Komponenten, wie die Festplatte, die Grafikkarte und der Speicher, werden nicht mit Strom versorgt.

Welche Funktion wann verwenden?

Ist das Gerät im Ruhezustand dauert es im Durchschnitt eine halbe Minute, bis der Computer wieder aktiviert ist und man weiterarbeiten kann. Beim Stand-by- oder Energiesparmodus sind es nur fünf Sekunden. Aus diesem Grund eignet sich der Zustand der Ruhe gut für längere Pauseneinheiten, während der Modus “Energie sparen” für kürzere Unterbrechungen vorgesehen ist. Wenn Sie den Stand-by-Modus anwenden und dennoch länger als geplant vom Arbeitsplatz wegbleiben, sollten Sie aber nicht vergessen, dass Sie das Gerät noch ausschalten müssen.

Angst vor einem Verlust von wichtigen Daten muss der Anwender laut Microsoft nicht haben: Wenn der Akku leer ist, fährt Windows 10 automatisch runter – aber nicht, ohne vorher alle Daten abzuspeichern.

Unterschied zwischen Ruhezustand und Herunterfahren

Der Unterschied zwischen Ruhezustand und dem gänzlichen Herunterfahren des Gerätes besteht darin, dass der PC beim Ruhezustand sozusagen eingefroren wird. Das heißt, der

Inhalt des Arbeitsspeichers wird auf der Speichereinheit gesichert. Wenn Sie das Gerät wieder hochfahren, können Sie umgehend an der gleichen Stelle weitermachen. Aus diesem Grund eignet sich der Ruhezustand insbesonders dann, wenn Sie gleichzeitig einige Software-programme geöffnet haben.

Manche Computer verfügen über eine eigene Taste zum Energiesparen, mit der Sie das Gerät entweder in den Ruhezustand oder den Zustand “Energie sparen” versetzen können. Das ist in der Systemsteuerung unter “Energiesparmodus” festzulegen. Bei manchen Geräten wird der Computer auch durch kurzes Drücken der Einschalttaste in den Ruhezustand versetzt. Bei Laptops genügt es das Gerät zuzuklappen.

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Vorteile beim Herunterfahren

Auch wenn der Modus zum Energiesparen wesentlich vorteilhafter klingt, spricht in Sachen Aufnahme der Leistung einiges mehr für das Herunterfahren. Denn der verbrauchte Reststrom ist im ausgeschalteten Zustand deutlich geringer als im Energiesparmodus. Denn das System wendet keine Energie dafür auf, um noch aktive Bestandteile wie den Arbeitsspeicher zu bedienen.

Beim Thema Energie spricht ein zusätzlicher Punkt für das Herunterfahren des Computers: Denn im Energiesparmodus sind spitzen bei der Spannung möglich, die sowohl die wertvollen Dateien als auch Hardware-Bestandteile in Mitleidenschaft ziehen können. Im ausgeschalteten Zustand passiert ein solcher Schaden nicht.

Noch dazu ermöglicht nur das ordnungsgemäße Herunterfahren einen korrekten Neustart. Denn während des Vorgangs des Abschaltens erhält der PC die Möglichkeit, sich selbst zu bereinigen und kann dabei kleine Probleme des Systems wie zum Beispiel Fehler und ungenutzte Verbindungen des Netzwerks beheben. Zusätzlich benötigen einige Updates einen Neustart und sind erst nach einem neuerlichen Einschalten komplett durchgeführt.

Vorteile beim Ruhemodus

Für den Nutzer ist es deutlich komfortabler, das Gerät in den Energiesparmodus zu versetzen. Man spart sich die Zeit, die der Computer für den Bootvorgang benötigt. Noch dazu kann der Computer wesentliche Wartungsarbeiten im Hintergrund erledigen. Diese sind üblicherweise für die Abendstunden geplant und würden nur dann während des Tages stattfinden, wenn Sie diese Einstellung aktiv ändern.

Was ist aber besser? Am besten wenden Sie eine Mischung aus beiden Vorgängen an. Sollten Sie den PC beispielsweise nachts oder auch einige Tage lang nicht verwenden, fahren Sie ihn auf jeden Fall zur Gänze herunter. Wenn Sie aber nur für einige wenige Stunden weg sind, versetzen Sie den Computer in den Energiesparmodus. In einer solchen Kombination können im Hintergrund Wartungsarbeiten und auch Updates ablaufen, und Sie verhindern über längere Zeit einen zu hohen Stromverbrauch oder mögliche Schäden durch Spitzen der Spannung.

Manchmal sind Herunterfahren und ein Neustart sinnvoll

Nun zum Mythos: Ist der Ruhezustand schlecht für den PC bzw. sollte man diesen eher herunterfahren? Da sowohl im Ruhemodus als auch im Stand-by-Modus sämtliche Komponenten außer Kraft sind, muss man keine Beschädigungen befürchten, falls man mehrere Tage lang seinen Rechner nicht ganz abschaltet.

Dennoch ist ein Neustart manchmal empfehlenswert, vor allem wenn Updates im Hintergrund laufen und erst dann wirksam werden, wenn der Computer neu hochgefahren wurde. Schlussendlich wird man bei der Installation von neuen Programmen oder Updates aufgefordert, den Computer neu zu starten.

Am Ende gilt aber stets der Grundsatz: Spätestens wenn der Computer zu langsam läuft und Programme einfrieren, sollte man das Gerät neu starten.